23.02.2017
Bahnanbindung der nördlichen Oberpfalz an den Münchner Flughafen

Vetter: Millionenprojekt muss auch der Nordoberpfalz nutzen 2018 soll die sogenannte Neufahrner Kurve offiziell in Betrieb genommen werden. Mit ihr, so das Versprechen von Bahn und Verkehrsminister, soll sich die Anbindung Ostbayerns an den Münchner Flughafen wesentlich verbessern. Dr. Karl Vetter, der zuständige Abgeordnete der Landtagsfraktion der Freien Wähler für die nördliche Oberpfalz, wollte es genauer wissen und hat deshalb im bayerischen Verkehrsministerium nachgehakt: "Wie aus der Antwort des Ministeriums hervorgeht, führt die Neufahrner Kurve in machen Regionen tatsächlich zu einer wesentlich verkürzten Fahrzeit. Nicht aber, wenn man aus der nördlichen Oberpfalz zum Flughafen kommen möchte. Hier wird sich der Zeitgewinn leider in engen Grenzen halten."

Zeit gewinnen würden hauptsächlich Bahnreisende ab Regensburg. Von dort werde ein stündlich verkehrender überregionaler Flughafenexpress (ÜFEX) eingerichtet. Die Fahrzeit zum Flughafen werde damit rund 75 Minuten betragen. Verbindungen aus der nördlichen Oberpfalz werden bislang dagegen kaum von einem Effekt der Neufahrner Kurve oder des ÜFEX profitieren, wie sich exemplarisch am Beispiel der Verbindung von Weiden an den Flughafen zeigt: Derzeit beträgt die ideale Fahrzeit auf dieser Strecke mit dem Alex und einem Umstieg in den Bus in Freising rund 160 Minuten. Zukünftig werde laut Angaben des Ministeriums ein Anschluss von Weiden an den ÜFEX über die Oberpfalzbahn gewährleistet. Nach dem derzeit gültigen Fahrplan beträgt die entsprechende Fahrzeit von Weiden nach Regensburg 68 Minuten. Inklusive einer Umsteigezeit von angenommen 15 Minuten in Regensburg und einer Fahrzeit von 75 Minuten mit dem ÜFEX zum Flughafen errechnet sich eine nahezu identische Gesamtfahrzeit von 158 Minuten.

"Sollte dieses Szenario nach der Fertigstellung der Neufahrner Kurve tatsächlich so eintreten, hätte der kostenintensive Bau für Reisende aus der nördlichen Oberpfalz keinerlei nennenswerte Vorteile.", so der Abgeordnete. Er hat sich deshalb nun beim Verkehrsminister dafür ausgesprochen, dass zumindest geprüft wird, ob die Einrichtung von weiter nördlich beginnenden, umsteigefreien ÜFEX-Verbindungen, beispielsweise ab Weiden oder Marktredwitz, realisierbar und sinnvoll sein könnten. "Möglicherweise wären aber bereits durch Fahrplananpassungen oder durch weniger Haltepunkte im Bereich der Oberpfalzbahn, dafür unter Einsatz von Vorläuferzügen, ein spürbarer Zeit- und Komfortgewinn für Reisende auch im Nordosten und Osten Bayerns realisierbar.", meint der Abgeordnete.