20.02.2018
Enquete-Kommission: FREIE WÄHLER mit Antragspaket im Landtag

Gut dreieinhalb Jahre hat die Landtags-Enquete-Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“ darüber beraten, wie dem weiteren Auseinanderdriften bayerischer Regionen entgegengewirkt werden könnte. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen hat die Kommission Anfang dieses Jahres in einem Schlussbericht vorgestellt. Die Freien Wähler um den Chamer Abgeordneten Dr. Karl Vetter haben unmittelbar darauf ein Paket aus 23 Einzelanträgen vorgelegt, die diese Vorschläge aufgreifen und über die nun bereits ab dieser Woche in den Landtagsausschüssen beraten werden.

"Angefangen bei Kinderbetreuung und Pflege, bezahlbarem Wohnraum und ÖPNV über Glasfaserbreitband und Flächenverbrauch, wohnortnahe Gesundheitsversorgung und Dorfwirtshäuser bis hin zu einem Konzept wie räumliche Gerechtigkeit zu Messen und zu Bewerten ist - in unserem Antragspaket finden sich all diese und weitere Aspekte wieder und sie alle stehen unter dem Vorzeichen, dass alle Regionen in Bayern, egal ob Stadt oder Land, gerecht daran teilhaben und ausgestattet werden müssen.", verdeutlicht der Landtagsabgeordnete. Denn während in den Ballungsräumen sämtliche Infrastruktur prinzipiell zwar vorhanden sei, diese Aufgrund der enormen Nachfrage aber von vielen schlicht nicht mehr zu bezahlen ist, fehle diese in vielen ländlichen Gebieten hingegen gänzlich. Die Folgen dieser Schieflage zeigten sich schon jetzt mehr als deutlich: Horrende Mieten auf der einen, Leerstände auf der andere Seite, überlaufener ÖPNV hier, Streckenstilllegung da oder mangelnde Pflegeplätze einmal aufgrund zu hoher, andererseits aufgrund zu geringer Nachfrage, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Nach Meinung Vetters ein Teufelskreis, den es mit aller Macht zu durchbrechen gelte: "Entscheidend, damit Menschen weiterhin oder wieder dort leben können, was sie als Heimat bezeichnen, sind doch diese Fragen: Wo kann ich zu einem akzeptablen Preis wohnen oder mir ein Haus bauen? Wo finde ich einen Job und kann meinen Kindern gleichzeitig wohnortnah eine gute Bildung und Betreuung zukommen lassen? Wo habe ich ein medizinisches Angebot, eine Hebamme, kurze Wege zum Arzt, ins Krankenhaus, oder zu Pflegeeinrichtungen? Wo kann ich schnell mal zum Einkaufen und finde ein ansprechendes Freizeit- und Kulturangebot vor? Und wo kann ich dies alles bequem und zur Not auch ohne eigenes Auto erreichen? In unseren Anträgen haben wir deshalb versucht zumindest einen Teil dieser Fragen zu beantworten. Und es wird auch weiterhin Ziel der Freien Wähler bleiben, alle Dörfer, Städte und Regionen in Bayern in die Lage zu versetzen, zukünftig auf diese Fragen mit 'hier' zu antworten."