12.01.2017
Prävention statt Reparatur

Prävention als Eckpfeiler moderner Gesundheitspolitik: Die Landtagsfraktion der Freien Wähler informierte sich am Mittwoch im Rahmen ihrer Winterklausur im Sinocur-Präventionszentrum über neue Wege im Gesundheitswesen. „Prävention statt Reparatur – diesen Ansatz müssen wir noch viel stärker verfolgen“, forderte Fraktionschef Hubert Aiwanger.

Prävention als Eckpfeiler moderner Gesundheitspolitik: Die Landtagsfraktion der Freien Wähler informierte sich am Mittwoch im Rahmen ihrer Winterklausur im Sinocur-Präventionszentrum über neue Wege im Gesundheitswesen. „Prävention statt Reparatur – diesen Ansatz müssen wir noch viel stärker verfolgen“, forderte Fraktionschef Hubert Aiwanger.

„Keine Stadt in Bayern unternimmt so viel in Sachen Prävention wie Bad Kötzting“, lobte Christian Bredl von der Techniker-Krankenkasse die Anstrengungen vor Ort. Bredl, Leiter der Landesvertretung Bayern, gab den Abgeordneten bei ihrem Besuch im Sinocur zunächst einen Überblick über Bedeutung, Definition und aktueller Gesetzeslage zum Thema Prävention. Vier Anläufe habe es bedurft, bis das neue Präventionsgesetz endlich verabschiedet worden sei, sagte er zu Beginn seines Vortrags.

Gesundheitspolitik dürfe sich nicht nur auf die Behandlung bestehender Erkrankungen beschränken. „Viele chronische Krankheiten lassen sich vermeiden, wenn systematisch das gesundheitsbewusste Verhalten gefördert wird. Dazu müssen wir die Menschen abholen, wo sie stehen“, so Bredl. Im Kindergarten, in den Schulen, in der Arbeitswelt, in den Kommunen. Und in der digitalen Welt: Weltweit gebe es mittlerweile 400 000 Apps zu den Bereichen Lifestyle, Gesundheit und Medizin.

Hochschule als Partner

Die Umsetzung des individuellen und betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Vernetzung der Partner vor Ort, Aus- und Weiterbildung, die wissenschaftliche Begleitung des Kurorts und die Zusammenarbeit in Gesundheitsberufen im bayerisch-tschechischen Grenzraum – das sind die Aufgaben des Gesundheitscampus Bad Kötzting der Technischen Hochschule Deggendorf. Nach den Worten von Campus-Leiter Prof. Dr. Horst Kunhardt ist der Gesundheitscampus Bad Kötzting neben Mariakirchen der zweite Campus der THD, der sich mit anwendungsorientierter gesundheitswissenschaftlicher Forschung und Lehre beschäftigt. Ein Feld, das auch für die Wissenschaft immer wichtiger werde: „2030 liegt in Bayern jeder 5. Arbeitsplatz im Gesundheitswesen“, so Kunhardt.

Vorbild Zahnmedizin

Sinocur-Leiter Prof. Dr. Erich Wühr fesselte die Abgeordneten mit einem kurzweiligen Vortrag über das Sinocur-Lebensstilprogramm. „Drehen Sie im Auto das Öllämpchen raus, wenn es aufleuchtet?“, fragte er in die Runde. „Genau das machen wir. Wir gehen zum Arzt und der behandelt die Symptome.“ Ein gesunder Lebensstil könne dagegen helfen, chronische Krankheiten zu vermeiden. Das Sinocur-Lebensstilprogramm gebe den Teilnehmern dazu die nötigen Fähigkeiten an die Hand. „Aber der Teilnehmer muss es selber wollen und machen“, so Wühr. Wie wirksam Prävention sein könne, so Dr. Erich Wühr, habe die Zahnmedizin mit dem Schutz vor Karies durch Zähneputzen gezeigt. „Dieser Erfolg ist ist auch bei den chronischen Krankheiten möglich.“

Bürgermeister Markus Hofmann, der zu Beginn das Sinocur-Präventionszentrum vorgestellt hatte, und Hausherr Anton Staudinger führten die Parlamentarier durch das Haus, unter anderem auch in die digitale Tourist-Information, wo Stefan Huber von hubermedia über die Vernetzung der touristischen Angebote sprach.

Bei den Kindern ansetzen

Fraktionschef Hubert Aiwanger und sein Chamer Kollege Dr. Karl Vetter zeigten sich beeindruckt und sprachen mit Blick auf das Lebensstilprogramm von einem „tollen Angebot“. „Wir müssen schon bei den Kindern anfangen, das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil zu schärfen“, so Aiwanger. Nach wie vor seien die Ausgaben für Prävention zu gering. Das Sinocur-Präventionszentrum biete daher einen modernen und hervorragenden Lösungsansatz, so Aiwanger und Vetter.

Kultur als Imageträger

Zweite Station des Klausurtags war Blaibach. Bürgermeister Wolfgang Eckl, mehrere Gemeinderäte, Architekt Peter Haimerl und Konzerthaus-Betreiberin Uta Hielscher – Thomas Bauer war verhindert – begrüßten die Gäste zunächst im Bürgerhaus. In einer engagierten Rede machte Peter Haimerl deutlich, welches Potential im Bayerischen Wald steckt und welchen Imagegewinn Kultur und Architektur für eine Region haben können. Durch den Bau des Konzerthauses sei es gelungen, Blaibachs verwaiste Ortsmitte zu sanieren. Das Konzerthaus genieße unter der künstlerischen Leitung von Thomas Bauer und Uta Hielscher internationale Anerkennung und fördere den Tourismus im Landkreis Cham. „Während der Konzertsaison ist in der Region kaum noch ein freies Hotelzimmer zu finden. Das spricht für sich“, erklärte Haimerl. „Nach langer Talfahrt steigen unsere Übernachtungszahlen wieder“, ergänzte Bürgermeister Eckl.

Paul Windschüttl, Leiter der Landkreis-Musikschule, die derzeit 1300 Musikschüler ausbildet, stellte der Landtagsfraktion abschließend das Musikkonzept vor. Das Fazit von Dr. Karl Vetter nach dem Besuch in Blaibach: „Wir Freien Wähler werden Kultur in der Fläche des ländlichen Raums auch weiter nachdrücklich unterstützen.“

Quelle: Chamer Zeitung