11.04.2018
Schulgeldfreiheit für Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden

Die Nachfrage nach Heilmittelerbringern wie Ergo-, Physiotherapeuten und Logopäden ist groß wie nie, die Anstellungsaussichten der Absolventen glänzend und der Beruf für viele hochattraktiv. Trotzdem gehen die Schülerzahlen an den Schulen für diese Gesundheitsberufe seit Jahren zurück. "Gerade im ländlichen Raum gibt es große Versorgungsengpässe. Lange Wartezeiten auf einen Termin sind eher die Regel als die Ausnahme, an Hausbesuche ist oftmals gar nicht zu denken. Insbesondere im Landkreis Cham haben mich nicht nur Patienten sondern auch immer mehr der Gesundheitsfachkräfte auf diesen Missstand hingewiesen. Die meisten erzählen, dass sie bereits jetzt am Anschlag arbeiten und gerne mehr Mitarbeiter einstellen würden, es fehle aber schlicht am Nachwuchs.", sagt der Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter.

Den Grund für den Nachwuchsmangel sieht Vetter auch in den hohen Kosten der Ausbildung. Denn im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen müssten die angehenden Therapeuten an vielen Berufsfachschulen ein monatliches Schulgeld bezahlen. Dieses könne sich bis zum Abschluss schnell auf einen fünfstelligen Betrag summieren. Ein Umstand, den der Abgeordnete vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sich schnell weiter verschärfenden Situation schnellstmöglich abschaffen will. Auf seine Initiative hin haben die Freien Wähler deshalb einen Antrag in den Bayerischen Landtag eingebracht, der die vollständige Übernahme des Schulgeldes für die Fachrichtungen Physio-, Ergotherapie und Logopädie ab dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst 2018 fordert. Der Antrag wird bereits diesen Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags verhandelt.

"Ich bin optimistisch, dass auch die anderen Parteien unserem Antrag zustimmen werden. Nicht zuletzt, da auch der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung die Schulgeldfreiheit für diese Gesundheitsfachberufe vorsieht und andere Bundesländer dies auch bereits angekündigt haben. Gerade das reiche Bayern sollte nicht länger an der Gesundheit seiner Bürger sparen.", meint Vetter.