06.04.2017
Vetter: Eltern wollen von einer Hebamme betreut werden und nicht von einer Krankenkasse

Jedes Mal wenn in Bayern ein Baby zur Welt kommt, ist es sehr wahrscheinlich, dass dies mit Hilfe einer freiberuflichen Beleghebamme geschieht. "Dieses sehr bewährte Modell ist aber mehr denn je gefährdet.", warnt der Chamer Abgeordnete Dr. Karl Vetter. Auslöser für die Befürchtung des Landtagsabgeordneten sind die geplanten Vergütungsänderungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen.

Durch diese, so Vetter, würden nicht nur die ohnehin niedrigen Einnahmen der Hebammen noch weiter sinken sondern auch eine sinnvolle Arbeitsorganisation erschwert: "Diesmal geht es nicht allein um die Vergütungsfrage, sondern das System der Versorgung durch Beleghebammen wird grundsätzlich in Frage gestellt. Das hat eine ganz neue Qualität." Es sei zu befürchten, dass werdende Eltern zukünftig womöglich ganz auf diese Form der Geburtsvorbereitung und -begleitung verzichten müssten.

Auf Betreiben Vetters haben die Freien Wähler deshalb ihre Aktuelle Stunde im Landtag den Hebammen gewidmet. Der Parlamentarier hat sich fest vorgenommen mit seiner Rede auch die anderen Fraktionen von der Unentbehrlichkeit der freiberuflichen Beleghebammen zu überzeugen. "Eine qualitativ hochwertige Geburtshilfe ist existentiell für unsere Gesellschaft. Eine flächendeckende Versorgung, die werdenden Eltern die Wahlfreiheit der Art und Weise der Geburt überlässt und im Notfall eine medizinische Hilfe schnellstmöglich gewährleistet, ist unverzichtbar. Von wem, wenn nicht von Bayern müsse nun ein deutliches politisches Signal für die Hebammen ausgehen?", so Vetter. Denn insbesondere im Freistaat sprächen die Zahlen eine besonders klare Sprache: 78 Kliniken arbeiten ausschließlich mit Belegteams und nur 29 Kliniken mit angestellten Hebammen.