10.01.2018
Vetter: Zu viele marode Straßen

Der Landtagsabgeordnete sieht dringenden Sanierungsbedarf bei den Staatsstraßen - auch im Kreis Cham.

“Über die Hälfte der Staatsstraßen in der Oberpfalz sind in einem bedenklichen Zustand”, sagt der Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Dr. Karl Vetter aus Cham. Die Daten der aktuellen Zustandserfassung- und Bewertung (ZEB), dem standardisierten Bewertungsverfahren für den Fahrbahnzustand, zeigten dies in aller Deutlichkeit, bewertet Vetter die ihm vorliegenden Zahlen des bayerischen Verkehrsministeriums.

Seit der letzten Erhebung habe sich der Anteil guter Strecken zwar insgesamt verbessert, meint Vetter, dennoch zeige sich immer noch ein riesiger Sanierungsbedarf: Knapp 22 Prozent der Staatsstraßen im Regierungsbezirk fallen laut ZEB bereits in die Warnwert-Kategorie, die eine intensive Beobachtung des Zustands erforderlich macht.

Noch schlimmer sei der Zustand bei rund 36 Prozent der Wege, die in die Schwellenwert-Kategorie fallen, denn dort seien sogar bauliche oder verkehrsbeschränkende Maßnahmen erforderlich. “Wir sprechen hier bereits heute von über 1000 Kilometern an kurz- bis mittelfristig sanierungsbedürftigen Straßen. Bei angenommenen 190 000 Euro pro Kilometer für einfache Sanierungsmaßnahmen belaufen sich die Kosten auf über 190 Millionen Euro - nur für die Oberpfalz. Investiert wurden im letzten Jahr aber nur 15 Millionen Euro, und die nächsten Jahre wird es wohl in dieser Größenordnung bleiben. Je kaputter eine Straße aber ist, desto teurer wird die Sanierung - bis hin zur Kompletterneuerung. Wenn die Staatsregierung deshalb weiterhin auf Verschleiß fährt, wird es schnell noch wesentlich teurer”, mahnt der Abgeordnete. Zum wiederholten Male hätten sich die Freien Wähler im Landtag deswegen für einen wesentlich höheren Finanzierungsansatz zur Erhaltung und Sanierung der Staatsstraßen eingesetzt, seien aber ebenso viele Male am Widerstand der CSU gescheitert.

“Gerade im ländlichen Raum sind die überregionalen Straßenverbindungen für die individuelle Mobilität von zentraler Bedeutung. Die Menschen sind auf gut ausgebaute Straßen angewiesen, sei es bei der Fahrt zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Schlaglöcher, Spur- und Querrinnen oder kaputte Bankette sind nicht nur unangenehm, sondern ein Sicherheitsrisiko”, sagt der Landtagsabgeordnete.

Schon deswegen sei es unverständlich, warum bei über 1000 Kilometern schadhafter Staatsstraßen für die Sanierung in diesem Jahr bislang nur 42 Kilometer vorgesehen und 2017 sogar nur 24 Kilometer wiederhergestellt worden seien. “Nicht zuletzt aufgrund der Verkehrssicherheit werden wir deswegen auch dieses Jahr bei den Haushaltsverhandlungen erneut auf ein höheres Finanzierungsvolumen drängen.”

Quelle: Bayerwald Echo