26.10.2017
Vielseitige Förderung für Behinderte

Auf großes Interesse stieß die von den Freien Wählern Zell initiierte Besichtigung der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder in Reichenbach. Über 20 Teilnehmer aus dem ganzen Landkreis ließen sich vom stellvertretenden Geschäftsführer und Leiter der Förderstätten und Förderangebote, Alfred Stadler, die Einrichtung vorstellen und staunten nicht schlecht, welch großartige Leistung die rund 780 Mitarbeiter an den verschiedenen Orten im Umland Reichenbachs leisten.


Unter den Teilnehmern waren auch Landtagsabgeordneter Dr. Karl Vetter und Bürgermeisterin Karin Bucher, die kraft ihres Amtes als Bezirksrätin einen nicht unerheblichen Teil des 20-Millionen-Haushalts der Einrichtung mitverantwortet. Eingangs skizzierte Stadler die Entstehungsgeschichte, die auf das Jahr 1891 zurückreicht. Nachdem viele Klöster leer standen, sorgten die Barmherzigen Brüder mit ihrer pädagogischen Betreuung von Menschen mit Behinderung für neues Leben in den ehrwürdigen Mauern. “Es entstand ein kleines Dorf im Dorf”, so Stadler, “das sich autark als kleine geschlossene Dorfgemeinschaft selbst versorgte”. Heute, in Zeiten von Inklusion und Teilhabe, wird dieses Konzept zumindest in Frage gestellt.

Reichenbach betreibt mittlerweile zahlreiche Ableger, so eine Förderstätte in Waldmünchen (mit Wohnheimbau noch in diesem Jahr), eine Beratungsstelle in Cham, eine Förderstätte in Walderbach, die Einrichtung in Bernhardswald für Menschen mit geistiger Behinderung, eine Förderstätte mit Wohnhaus in Regensburg und eine Fachschule in Tegernheim. Die einst geschlossenen Abteilungen mit Werkstätten in Reichenbach öffnen sich in differenzierte stationäre Wohnformen auch für schwerst- und mehrfach behinderte Menschen, Ambulant Betreutes Wohnen in Cham, Schwandorf und Regensburg (derzeit insgesamt 24 Personen). Geboten werden auch tagesstrukturierende Maßnahmen für Senioren in der Einrichtung, die Schulbegleitung, pastorale Angebote und die Offene Behindertenarbeit im Landkreis Cham mit dem Projekt “Landkreis Cham inklusiv”, welches sich weitgehende Barrierefreiheit im Landkreis binnen der Laufzeit von drei Jahren zum Ziel gesetzt hat.

Einen wesentlichen Bestandteil zur Generierung von Fachkräften stellt die Fachschule für Heilerziehungspflege in Reichenbach und Tegernheim dar. Zur Zeit werden 110 Auszubildende beschult, die zum großen Teil anschließend ihre Beschäftigung in der Einrichtung finden. All dies wird durch einen 20 Millionen Euro Etat größtenteils über den Bezirk finanziert. Anfallende und notwendige Baumaßnahmen fordern zu gut einem Drittel der Kosten auch den Träger, die Barmherzigen Brüder, während der Rest über Bezirk und das Sozialministerium geleistet wird.

Abschließend bedankte sich Volker Hecht, Vorsitzender der Freien Wähler Zell, mit einem kleinen Präsent bei Alfred Stadler.

Quelle: Bayerwald Echo